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Winseln, Bellen und Jaulen.

Es geht meist um Junghunde im ersten Jahr, die laut werden, wenn sie allein zu Hause sind. Nicht selten beschweren sich dann die Nachbarn. Das ist ja auch durchaus gut zu verstehen, denn die Geräusche die ein Hund beim ständigen Winseln, Bellen und Jaulen von sich gibt, sind durchaus nicht angenehm, sogar wenn man selbst Hunde hat, ist das einfach nur nervtötend.


Darauf antworte ich:

Das liegt natürlich daran, dass ihr junges Hündchen sich dann einsam fühlt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwas zu unternehmen, eine Erfolggarantie ist jedoch nicht möglich.

Als erstes sollte eine "Bestandsaufnahme" gemacht werden, um ein klares Bild darüber zu bekommen, auf welcher Basis das Verhältnis des Hundes zu Ihnen als Bezugspersonen steht, ob die bisherige Erziehung bereits zuverlässige Erfolge erbracht hat (mit einem halben Jahr sollte ein Hund bereits eine Grunderziehung haben), wie der Hund reagiert, wenn Sie etwas von ihm verlangen und - ganz wichtig - wie ausgelastet und damit auch zufrieden der Hund in seinem normalen Tagesablauf ist.

Oft ist diese Unruhe während das Alleinseins die Folge von zu wenig Beschäftigung und "geistiger" Anregung; sowie ganz wesentlich von unklaren Dominanzverhältnissen zu den 630Bezugspersonen. Daher verschwindet in solchen Fällen die Unzufriedenheit und Unruhe häufig "ganz von selbst", nachdem in diesen Punkten Abhilfe geschaffen worden ist. All dies kann aber nur durch direkte Beobachtung und Hinterfragen vor Ort von einem erfahrenen Hundeerzieher oder Hunde-Verhaltensberater beurteilt werden und nicht von fern, ohne den Hund jemals selbst erlebt zu haben.

Eine andere Sache ist natürlich auch, wie lange Sie Ihr Junghündchen schon allein lassen. Mit Sicherheit viel zu lange wäre zum Beispiel das Alleinsein für die Dauer eines normalen Arbeitstages.

Was Sie gleich versuchen könnten, wäre, dem Hund eine Ablenkung, zum Beispiel in Form eines leise laufenden Radios zu bieten. Aber das ist natürlich ganz stark von der Individualität Ihres Hundes abhängig. Es hilft aber durchaus manchmal gegen die Isolations- und Trennungsangst. Wählen Sie lieber einen Sender mit mehr Wortbeiträgen als Musik. Das lankt nicht nur vom Alleinsein ab, sondern auch von manchen Geräuschen, die der Hund dann von draußen nicht mehr so vordergründig hört und die auch ein Grund für das Bellen sein können. Da jeder Hund ein Individuum ist, darf man ruhig mit etwas Fantasie nach individuellen Lösungen suchen.

Etwas anderes ist auch die Art, in der Sie sich verabschieden und wiederkommen. Machen Sie weder tränenreiche Abschiedsszenen noch übertrieben ausgelassenen Begrüßungen. Beides bestärkt den Hund nur darin, in Ihrer Abwesenheit eine besondere Situation zu sehen, was seine innere Spannung natürlich erhöht. Es soll aber ein Normalzustand sein, dass er gelegentlich allein ist. Also gehen Sie mit Ruhe und ohne Aufwand an Sonderzuwendungen und kommen Sie ebenso weider zurück. "Alles ganz easy, alles in Ordnung, nix Besonderes dabei": das ist die Botschaft, die der Hund empfinden sollte.

Fazit: ich empfehle Ihnen, eine/n Fachmann/Fachfrau in Ihrer Nähe zu suchen und mit diesen über das weitere Vorgehen zu beraten, falls Sie selbst auch jetzt nicht weiter kommen. Sicher kann Ihr Tierarzt Ihren jemanden empfehlen, an den Sie sich in ihrer Gegend wenden können.




 

© copyright Eckbert Heinenberg