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Umgang mit Hunden und Hundeerziehung: Lernsituation und Sehen
Er kann Ihnen nicht folgen, wenn Sie ihn mit Ihrer Forderung „überfallen“, während sein Interesse voll woanders ist. Sprechen Sie ihn also erst an und bringen Sie ihn in eine aufnahmebereite Stimmung, bevor Sie anfangen "Sitz" zu erklären. Erst wenn Sie seine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt haben, dann können Sie "Sitz" sagen und sein Hinterteil sachte runterdrücken, dabei mit der Leine Anlehnung halten und nach kurzem Sitzen das LOB NICHT VERGESSEN.
Gerade deshalb erziehen wir ihn ja. In solchen Situationen ist es oft besonders wichtig, dass er zuverlässig gehorcht. Wenn das erreicht ist, können wir dem Hund dann auch "unterm Strich" viel mehr Freiheit lassen, als wenn er unerzogen wäre. Aber der Weg dahin führt immer über kleine Einzelschritte, die sich möglichst flüssig aneinanderreihen.
Wer träumt und seine Umgebung nicht wahrnimmt, merkt erst was, wenn der Hund die Katze schon auf den Baum gescheucht hat. Um Hunde zu führen, muss man auch vorausdenken können und das setzt beständige Aufmerksamkeit auf das ganze Drumherum und auf den Hund voraus! Es ist also äußerst wichtig, dass Sie Ihre Beobachtungsfähigkeit ständig schulen. Sonst sehen Sie auch die Wirkung Ihrer Maßnahmen nicht. Das Ergebnis sollte ein natürliches Reagieren auf das Tier sein, das kein langes Überlegen braucht, weil das Ausdrucksverhalten des Hundes dem Besitzer so klar verständlich ist, wie das eines anderen Menschen.
Der Hund bekommt deshalb keine Antwort, weil es auf seine Weise fragt: Stumm und mit oft knappen Gesten, vor allem mit Körperhaltungen, mit Blicken und mit wenigen Lautäußerungen. Kurz mit dem ganzen ihnen zur Verfügung stehenden Ausdrucksverhalten. Das alles ist nicht die Form der Kommunikation, die der moderne Mensch gemeinhin beherrscht. Er ist nicht darauf eingestellt, so etwas bewusst zu registrieren. Dieses Auge kann man sich angewöhnen. Dazu ist es erforderlich, mit ruhiger Gelassenheit zu beobachten und sich selbst darin zu schulen, dass man mit einem Blick möglichst viele Einzelheiten erfasst und sich diese bewusst macht. Natürlich kommt der moderne Mensch nicht darum herum, sich die Ausdrucksformen seines Tieres zuerst mal in der
Hier geht es mir darum, die Leser darauf hinzuweisen, dass der Theorie unbedingt die Praxis folgen muss. Ich habe es erlebt, dass eigentlich bekannte Formen des hundlichen Mitteilungsvermögens einfach übersehen wurden, wenn sie im praktischen Umgang vorkamen. Es ist eine Frage von Sich-Bewusstsein: Denn ein Bild kann man in Ruhe ansehen, ein Moment ist aber schnell vorüber! Und wer übersieht, wie etwa ein ängstlicher Hund anfängt unsicher zu werden, der reagiert vielleicht erst, wenn das Tier gar nichts mehr annehmen kann, weil es sich überfordert oder bedroht fühlt. - Es kam sogar vor, dass das dann als Aufsässigkeit fehlinterpretiert wurde. Also: Lernen Sie Sehen! |
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