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Natürlich kann man auch ohne Hund leben – aber es lohnt sich nicht. – Heinz Rühmann

Sehen



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Sie müssen Ihren Hund beim Üben (und auch sonst) stets genau beobachten. Damit Sie seine Blickrichtung und Ausdruckshaltung erkennen können. Daran sehen Sie, ob Sie ihn in eine aufnahmefähige Stimmung gebracht haben und er Sie voll beachtet. Nur so ist es möglich, etwas Neues sinnvoll zu beginnen.

Wer träumt und seine Umgebung nicht wahrnimmt, merkt erst was, wenn der Hund die Katze schon auf den Baum gescheucht hat. Um Hunde zu führen, muss man auch vorausdenken können und das setzt beständige Aufmerksamkeit auf das ganze Drumherum und auf den Hund voraus!

Es ist also äußerst wichtig, dass Sie Ihre Beobachtungsfähigkeit ständig schulen.

Sonst sehen Sie auch die Wirkung Ihrer Maßnahmen nicht.

Das Ergebnis sollte ein natürliches Reagieren auf das Tier sein, das kein langes Überlegen braucht, weil das Ausdrucksverhalten des Hundes dem Besitzer so klar verständlich ist, wie das eines anderen Menschen.

Hunde stellen nämlich ständig Fragen. Sie suchen Antworten. Wer die Frage nicht bemerkt, kann keine Antwort geben.

Der Hund bekommt deshalb keine Antwort, weil es auf seine Weise fragt: Stumm und mit oft knappen Gesten, vor allem mit Körperhaltungen, mit Blicken und mit wenigen Lautäußerungen. Kurz: mit dem ganzen ihm zur Verfügung stehenden Ausdrucksverhalten.

Dieses Auge kann man sich angewöhnen. Dazu ist es erforderlich, mit ruhiger Gelassenheit zu beobachten und sich selbst darin zu schulen, dass man mit einem Blick möglichst viele Einzelheiten erfasst und sich diese bewusst macht.

Natürlich kommt der moderne Mensch nicht darum herum, sich die Ausdrucksformen seines Tieres zuerst mal in der Theorie anzulernen. Es gibt inzwischen eine Fülle von Büchern und Filmen, die dieses Thema ausführlich behandeln.
Hier geht es mir darum, die Leser darauf hinzuweisen, dass der Theorie unbedingt die Praxis folgen muss.

Ich habe es oft erlebt, dass eigentlich bekannte Formen des hundlichen Mitteilungsvermögens einfach übersehen wurden, wenn sie im praktischen Umgang vorkamen. Es ist eine Frage von Sich-Bewusstsein und Wachheit:

Denn ein Bild kann man in Ruhe ansehen, ein Moment ist aber schnell vorüber!

Und wer übersieht, wie etwa ein ängstlicher Hund anfängt unsicher zu werden, der reagiert vielleicht erst, wenn das Tier gar nichts mehr annehmen kann, weil es sich überfordert oder bedroht fühlt. – Es kam sogar vor, dass das dann als Aufsässigkeit fehlinterpretiert wurde.

Also: Lernen Sie Sehen!

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