Hund beeinflussen
Lassen Sie es Ihren Hund bitte wirklich merken, wenn Sie sich freuen, seien Sie nicht stur!
Lob ist das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, einen Hund zu beeinflussen.
Und eben darum braucht Ihre Beziehung
zu Ihrem Hund das tragfähige Fundament, um das es hier praktisch die ganze Zeit
schon geht. Er sollte nämlich größten Wert darauf legen, von Ihnen
gelobt zu werden. Wenn Ihr Verhältnis zu Ihrem Hund in Ordnung ist, dann ist es
ihm wichtig, Ihnen zu gefallen! Dann freut er sich, wenn Sie sich wirklich über
ihn freuen.
Wer das seinem Hund zeigen kann, sobald er "richtig" reagiert - und zwar unabhängig davon, was er vorher vielleicht "falsch" gemacht hat -, der wird in einem Tempo Fortschritte erreichen, von dem er jetzt noch nicht einmal zu träumen wagt.
In diesem Zusammenhang: Warum fällt es eigentlich vielen so schwer, Tierliebe
und eine klare Linie unter einen Hut zu kriegen?
Bleiben Sie locker, gehen Sie freundschaftlich mit Ihrem Hund um und haben Sie gewöhnlich
auch einen freundschaftlichen Umgangston.
Kein Duziduzidadadaaaa. Kein "Kommisston". Kein sinnloses Schimpfen.
Leute, die in Wut geraten, zeigen im Grunde nichts als nur Schwäche!
Das Gefühl für das richtige Maß ist wichtig!
Die Änderung des Tonfalls ist das wirkungsvollste Mittel
um Einfluss auf Ihren Hund zu nehmen.
Voraussetzung ist, dass Sie einen überzeugenden Umgangston
pflegen.
Sehen Sie es doch bitte mal so: für den Hund ist das, was er mit Ihnen zusammen
erlebt, der wesentliche Inhalt seines Lebens!
Es ist das, was sein Dasein im Wesentlichen schön oder scheußlich, langweilig
oder interessant, voller Freude oder voller Trübsal sein lässt!
Also zeigen Sie ihm bitte, dass Sie ihn für voll nehmen und ihn weder verniedlichen
noch schikanieren wollen (Sie sind sich hoffentlich im Klaren darüber, dass die
Überlegenheit des Ranghöheren mit schikanöser Unterdrückung gar
nichts zu tun hat). Lassen Sie keinen Zweifel daran, dass Sie sich über ihn freuen!
Zeigen Sie ihm, dass Sie ihn akzeptieren und von ihm erwarten, respektiert zu werden!
Wie würden Sie sich - ganz einfach als Lebewesen, ohne Hunde vermenschlichen zu
wollen - fühlen, wenn Sie merken, dass Ihre Umgebung alles das, was Ihr Leben
in seinen wichtigsten Teilen ausmacht, so geringschätzt, dass Sie nicht für
voll genommen werden oder nur als unterdrückter Sklave ohne eigene innere Beteiligung
funktionieren sollen?
Man kann dem Hund nicht nur seinen Respekt, sondern auch seine Lebensfreude und sein
Selbstbewusstsein zerstören durch übertriebenes ständiges Herumgeknuddel
in verniedlichender Form oder gemeine Unterdrückung mit ungerechtfertigter Schikane.
Das heißt ja gar nicht, dass Sie ihn nicht knutschen dürfen!
Selbstverständlich braucht jeder Hund auch seine Streicheleinheiten!
Aber es gibt große individuelle Unterschiede. Ein vor Selbstbewusstsein strotzender,
rüpeliger Draufgänger muss nun mal ganz anders angefasst werden, als ein
ängstlicher, sensibler Hund, der froh ist, wenn keiner ihm was tut!
Was der Tiermensch lernen muss, ist: sich auf die unterschiedlichsten Wesensarten der
Tiere einzustellen. Unsere Maßnahmen orientieren sich immer an unseren Tieren,
an jedem einzelnen - nie an uns selbst.
Die Menschen bilden sich so viel darauf ein, dass sie über
den Tieren stehen wollen. Hier ist mal eine Gelegenheit, das direkt zu beweisen, denn
der Mensch ist derjenige Partner, der über sich selbst hinaus denken kann (zumindest
sollte er das können) und sich in das andere Wesen hineinversetzen kann. Vom Hund
können Sie so differenzierte Gedankengänge ganz sicher nicht erwarten.
Mit dem individuellen Einfühlungsvermögen des Partners "Mensch"
steht und fällt der Erfolg aller Tiererziehung!
So wie ein großer, beeindruckend, vielleicht manchen hässlich erscheinender
Hund innerlich auch seine süßen Seiten hat, so ist das kleine süße
Hündchen in seinem Wesen vielleicht ein Draufgänger und von ausgeprägtem
Selbstbewusstsein.
Diesen inneren Eigenschaften muss derjenige gerecht werden, der mit einem Hund
umgeht, nicht den vordergründigen Äußeren!
Daher bedenken Sie bitte: es ist ein Zeichen von wirklicher Tierliebe, wenn man versucht,
sich objektiv in sein Tier hineinzuversetzen! Und nicht seine Phantasievorstellungen
dem Tier aufzudrängen. Das wird nie und nimmer was!

Wer möchte sich schon zu einer Figur degradieren lassen, die jemand anderes sich
ausgedacht hat, anstatt er selbst zu sein!?
Sowas kann nur massive Konfrontation oder totale Aufgabe bewirken. Beides hat mit einem
gemeinsamen Miteinander rein gar nichts zu tun!
Wenn Sie versuchen, Ihre Denkweise dem Hund anzupassen, kann es möglich sein,
dass Sie einige liebgewordene Vorstellungen aufgeben müssen. Aber: welche vielseitige
"neue Welt" erschließen Sie sich dadurch!
Ein Hund ist ein Hund, nicht mehr und nicht weniger. Aber kein Hund ist wie der
andere Hund! Wenn Sie Ihre Einstellung diesen Tatsachen anpassen, dann wird das, was
jetzt nicht funktioniert, sehr bald vergessen sein! Wenn nicht, dann wird Ihnen kein
einziger Trick und Kniff zu einem schönen Erleben mit Ihrem Hund verhelfen, und
Ihrem Hund nicht zu einem fröhlichen Hundeleben!
Lesen Sie weiter: Hunde Probleme(1)
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