Weitere Grundsätze für Hundebesitzer
Noch etwas zum Führen des Hundes in der Landschaft:
Erlauben Sie ihm nicht, dass er sich sehr weit von Ihnen entfernt! Wenn mein Hund ca
10 Meter vor mir ist, dann rufe ich "nicht so weit!" Bereits nach kurzer
Zeit haben meine Hunde begriffen, dass sie nicht weiter vor sollen. Der Tonfall sagt
ihnen, dass sie was falsch machen, und sie bleiben stehen oder kommen zurück.
Ich lobe dann bereits auf Entfernung und nicht erst, wenn sie bei mir sind. Es dauert
nicht lange, bis sie das verstanden haben.
Was jeder junge Hund auch unbedingt lernen sollte
ist, dass es ihm verboten ist, die Wege zu verlassen. Sobald mein Hund ins Gebüsch
will, bekommt er ein energisches "raus da!" zu hören. Auch das begreifen
die Hunde sehr schnell.
Diese beiden Beispiele zeigen Ihnen einmal mehr, wie wichtig der passende Tonfall beim
Umgang mit dem Hund ist, denn weitere Hilfsmittel sind weder vorhanden noch erforderlich,
um dies zu erreichen.
Ebenfalls wichtig, egal wo:
Laufen Sie nicht Ihrem Hund nach! Ihr Hund kommt zu Ihnen.
Sie bestimmen, wo's lang geht. Von Anfang an darf es kein Fangen
des weglaufenden Welpen geben! Lassen Sie Ihren Welpen oder Junghund an Orten frei,
wo er keinen Schaden machen und keinen Schaden nehmen kann.
VergessenSie das nie! Sonst sind Sie unter Umständen der Sicherheit wegen gezwungen, Ihrem Hund zu folgen, um ihn vor Schaden zu bewahren. Das wird Ihr Hund allerdings ganz anders interpretieren und Sie haben dann die Folgen für Ihr unbedachtes oder unkonzentriertes Verhalten wieder auszubügeln.
Üben Sie jetzt schon das Kommen auf Ruf. Rufen Sie Ihn und wenn er nicht kommt,
sondern in eine andere Richtung läuft , gehen Sie nicht hinterher! Verstecken
Sie sich lieber und warten Sie mal ab, was er tut. Sie werden sehen, dass ihm das Alleinsein
bald auffällt und er anfängt Sie zu suchen. Falls er Sie nicht findet, können
Sie jetzt noch mal rufen und wieder in Erscheinung treten.
Aber gehen Sie nicht auf ihn zu!
Bewegen Sie sich entweder weg vom Hund oder machen
Sie sich klein, indem Sie in die Hocke gehen. Wenn er dann kommt sind natürlich
große Freude und dickes Lob angesagt. Ein paar Mal gemacht und Ihr Hund wird
großen Wert darauf legen, Sie nicht zu verlieren. Den Ort für solche Übungen
haben Sie natürlich so ausgesucht, dass Sie und Ihr Hund weit und breit die einzigen
Lebewesen sind, sodass er nicht bei anderen Menschen oder Hunden Schutz suchen kann.
Und nutzen Sie die kindliche Abhängigkeit des Welpen, um ihm diese Erfahrung für
sein ganzes Leben zu vermitteln.
Gewöhnen Sie Ihren Hund am Anfang auch unbedingt daran, dass
Sie Ihn bei jedem Kommen als erstes anfassen! Erst Anfassen, dann Leckerli und Lob!
Das ist ganz wichtig, damit Sie nie ein Problem haben, ihn wieder an die Leine zu bekommen.
Auch wenn Ihr Hund schon aus dem Welpenalter heraus ist: laufen Sie ihm nicht nach!
Dann führt er Sie statt Sie ihn (unter anderem auch an der Nase herum). Wenn Sie
wissen, dass Ihr Hund Sie veräppelt, dann müssen Sie zuerst mal das gegenseitige
Verhältnis auf eine solide Grundlage stellen.
Lassen Sie ihn nicht frei laufen an Orten, wo er sich verselbständigen kann. Üben
Sie statt dessen Leinenführigkeit. Das heißt: Bei Fuß und Sitz und
Platz. Sie können ruhig alle 10 bis 15 Schritte Sitz oder Platz verlangen. Machen
Sie das mal ab und zu für fünf Minuten. Das soll lediglich bewirken, dass
das Befolgen von Kommandos überhaupt eingeübt wird. Es muss selbstverständlich
sein zu tun was Sie sagen! Kann sein, das dauert mal 14 Tage, vorausgesetzt, die benutzten
Kommandos waren schon bekannt.
Wenn das ohne Nachhilfe reibungslos klappt, dann können Sie ihn mal wieder los
machen. Aber nicht irgendwo. Gehen Sie dazu unbedingt auf einen sicher eingezäunten
Platz. Hier gehen Sie eine Runde spazieren, üben evtl. noch kurz die Unterordnung
und erlauben Ihm dann frei auf diesem Platz herumzulaufen. Laufen Sie auch ein bisschen
kreuz und quer auf dem Platz herum, wenn Sie Lust haben auch im Laufschritt. Aber laufen
Sie Ihre Tour, keinen Schritt hinter Ihrem Hund her! Nach einer Weile hören
Sie auf sich zu bewegen. Warten Sie ab, bis Ihr Hund sich von Ihnen entfernt hat und
rufen Sie ihn dann. Sie sollten nicht unmittelbar beim Tor stehen, auch nicht ganz
weit davon entfernt. Falls er nicht kommt und immer noch seine Spielchen mit Ihnen
treiben will gehen Sie zum Tor und rufen Sie noch ein Mal.
Kommt er jetzt: Loben, freuen, alles gut!
Kommt er jetzt nicht, gehen Sie raus und bleiben Sie 5 oder 10 Meter vom Tor entfernt.
Vielleicht haben Sie ja einen Stuhl dort deponiert. Er wird ans Tor kommen, früher
oder später, und dahin wollen, wo Sie jetzt sind und er nicht hin kann. Beachten
Sie ihn nicht. Lassen Sie ihn wo er ist. Erst später, wenn er sich wieder entfernt
hat und im hinteren Teil des Gatters ist, dann gehen Sie wieder ans Tor und rufen Ihren
Hund. Wenn er nicht kommt: bitte schön, dann bleibt er drin und Sie klönen
noch ein bisschen auf Ihrem Stuhl oder lesen was.
Sie wissen es schon: Sie nehmen ihn
erst mit, wenn er auf Ihren Ruf zu Ihnen gekommen ist und sich anleinen lassen hat!
Dann sollten Sie ihn auch loben.
Machen Sie das so oft, bis er beim ersten Ruf eilig zu Ihnen kommt. Danach können
Sie ihn auch mal wieder im normalen Tagesablauf frei lassen. Wählen Sie die ersten
Male einen Ort, wo er nicht allzu sehr abgelenkt wird. Rufen Sie ihn und gehen Sie
sofort, auch wenn er gleich kommt, von ihm weg. Rufen Sie ihn auch die nächsten
Male immer in Verbindung mit einem Richtungswechsel. Freuen Sie sich, wenn er dann
da ist. Gehen Sie möglichst bald dazu über, ihn erst beim 3. oder 5. Heranrufen
wieder anzuleinen. Das Kommen sollte er mit einem erfreulichen Kontakt zu Ihnen verknüpfen,
nicht mit dem grundsätzlichen Ende des Freilaufs!
Wichtig ist auch, dass Sie Kommandos benutzen, die sich deutlich unterscheiden und
die sich leicht aussprechen lassen. Im Idealfall ist ein Kommando ein möglichst
kurzes Wort, obwohl (siehe "nicht so weit") der Hund sich einen kurzen Satz
auch ohne weiteres merkt. Ist nur nicht ganz konform mit der allgemeinen Lehrmeinung,
aber das wissen meine Hunde nicht...
Lesen Sie weiter: zum Schluss
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