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Menschen und Hunde - ein Verhältnis


Liebe Hundefreundin, lieber Hundefreund!

Falls Sie diese Texte nicht nur aus reinem Interesse am Thema lesen, sondern weil Sie aktuelle Probleme mit Ihrem Hund lösen möchten und Meinungen sammeln wollen, dann lesen Sie die Texte bitte mindestens zweimal in Ruhe durch, bevor Sie meine Anregungen in die Praxis umsetzen. Es ist wichtig, dass Sie vor allem die grundsätzlichen Gedankengänge verinnerlichen, wenn Sie mit Ihrem Hund besser auskommen möchten als bisher.
Eins noch vorweg: Der Text bezeichnet alle Hunde als "der" Hund und alle Hundebesitzer und Hundebesitzerinnen pauschal als "der" Hundebesitzer. Ich habe dieses im Interesse der flüssigen Lesbarkeit des Textes so formuliert, nicht etwa weil ich meine, die zahlreichen Tierfreundinnen könnten weniger gut mit ihren Hunden klarkommen. Das ist nicht geschlechtsspezifisch, es gibt sowohl unter den Frauen wie unter den Männern alle Abstufungen an Einfühlungsvermögen und an Durchsetzungsfähigkeit im Umgang mit Tieren. Bitte, liebe Leserinnen, sehen Sie mir diese stilistische Eigenart nach, sie ist ganz bestimmt nicht bös gemeint! Und sicher werden Sie es mir auch nachsehen, dass ich kein geübter Schreiber bin, sondern in etwa so geschrieben habe, wie ich die Inhalte sonst mündlich in Übungsstunden oder Kursen dargestellt habe. Sicher werden Sie auch sehen, dass ich kein begeisterter Fotograf bin, die Bilder sind daher ein bisschen zusammengesucht. Ich fand allerdings, dass der Text ein wenig aufgelockert einfach besser wirkt.



Andere Hunde und freie Bewegung -jeder Hund sollte das kennen!

Verhältnisse

Als in alten Zeiten Menschen und Hunde begannen, so etwas wie eine symbiotische gemeinsame Lebensform zu entwickeln, waren beide darauf angewiesen, irgendwie den jeweils anderen Partner verstehen zu lernen. Offensichtlich ist ihnen dies im Lauf der Zeit geglückt, denn die grundsätzliche Gemeinschaft der Arten "Hund" und "Mensch" hat bis heute gehalten.

Ebenfalls bis heute muss jeder Hund, der mit Menschen umgeht, und jeder Mensch, der mit Hunden umgeht, wieder von neuem lernen, dieses gegenseitige Verstehen aufzubauen.

Ein Welpe auf dem Weg zum Junghund . Berner Sennenhund QuidoEine Schwierigkeit dabei ist sicher die Natur- und Tierferne im Leben der meisten Menschen in den so genannten westlichen Ländern. Tiere und Natur gehören in einem erschreckenden Ausmaß nicht mehr zum täglichen Alltagsleben der meisten Menschen in der heutigen Zeit.
So kommt es dann dazu, dass ein Tier zuerst mal etwas Fremdes an sich hat, dass die schlichte, von klein auf selbstverständliche Übung im Zusammensein mit Tieren und Natur nicht vorhanden ist. Diesen direkten Bezug zur Natur und ihren Tieren hatten sicher diejenigen noch, die über Tausende von Jahren Hunde zu Hunden gemacht haben.

Die Probleme von Hundebesitzern mit der Erziehung und dem Gehorsam ihrer Hunde sind zum Teil sicher auf das Nichtvertrautsein mit dem anderen Wesen "Tier" und seinen Reaktionen zurückzuführen.

Es wäre oft viel einfacher, wenn jeder sich bemühen würde, die Welt mal mit Hundeaugen anzusehen und nicht so viele ihren Tieren Denken in abstrakten Begriffen unterstellen würden. Das heißt: nicht voraussetzen, dass das Tier eine Beschreibung für das, was es tut, oder für Gegenstände oder Ereignisse, die es sieht, mit Hilfe einer Sprache ausdrücken könnte, die Worte und Sätze zu Sinnzusammenhängen aneinanderfügt.
Schon hier liegt ein Problem, auf das ich oft bei Hundebesitzern getroffen bin, die dies zwar zur Kenntnis nehmen, es aber nicht wirklich verinnerlicht haben.
Ein Mensch kann sich den Verzicht auf eine Wortsprache eben nur sehr schwer vorstellen.

Wichtig ist, sich über die Grundbedürfnisse seines Hundes klar zu werden. Ich meine hier nicht die körperlichen wie Nahrung und Unterbringung, sondern die psychischen. Diese sind für den Umgang das Entscheidende.

Heute wie damals ist das Meuteverhalten in unseren Hunden wach. Hunde sind Rudeltiere geblieben und genau das ist der Grund, warum wir in der Lage sind, eine so enge und stabile Beziehung zu ihnen aufzubauen.
Barsois im Rudel - eine ganz andere Hundewelt!Ein Hund, der allein gelassen wird, ist nicht mehr derselbe Hund, der er eigentlich wäre. Er ist nur noch ein Häufchen Elend, das sich nach der Gesellschaft seiner Kumpane (sprich Menschen) sehnt.
Je nach Veranlagung können Hunde, die zu viel allein sind statt Niedergeschlagenheit aber auch Aggressionen entwickeln, denn Hunde, die im Zwinger vertrauern und nur mal eine Stunde am Tag herauskommen, haben gar keine Chance, Menschen wirklich kennen lernen zu können. Sie können Menschen nicht einschätzen und lernen nicht, auf "normale" Art mit ihnen zu kommunizieren. Sie sind so menschenfremd wie viele Menschen tierfremd sind und frustriert durch das Alleinsein, das ihrer innersten Natur widerspricht.
Ein Welpe muss im Spiel lernen, die Verletzlichkeit der menschlichen Haut zu respektieren. Kein Problem!
Wesentlich ist also grundsätzlich, dass der Hund die unumstößliche innere Sicherheit bekommt: "Ich gehöre dazu! Wir sind eine Gemeinschaft! Wir sind füreinander da! Wir schützen uns durch unsere Gemeinschaft! Ich bin ihm immer willkommen und wir freuen uns alle jeden Tag, dass wir uns haben!"

Diese innere Sicherheit des Hundes ist die Voraussetzung dafür, dass der Hund aufgeschlossen genug ist, um wirklich lernen zu können und nicht lediglich reagiert, um Zwängen auszuweichen.

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