|
|
|||||||||||||||||||
![]() Hallo, mein Name ist Eckbert Heinenberg. Zusammen mt Lola begrüße ich alle Hundefreunde herzlich auf dieser Webseite!
Seite durchsuchen
HOME Hunde Hundeerziehung: Ferienwohnung
Gefällt Ihnen diese Seite? Dann empfehlen Sie sie weiter oder nutzen Sie einfach die Dienste Ihrer Wahl:
Impressum / Disclaimer /
|
|
||||||||||||||||||
Probleme mit Hunden (2): WildreinheitEs ist mir schon passiert, dass ein Hundehalter mir sagte: „Ein Irischer Setter braucht eben mehr Bewegung als die meisten anderen Hunde! Da müssen die Jäger schon mal akzeptieren, dass er gelegentlich hinter ein paar Rehen herläuft! Schließlich ist das artgemäß für meinen Hund.“ Der das sagte war sogar ein offensichtlich erfolgreicher Mann an die sechzig, teuer gekleidet, dickes Auto.
Aber begriffen, was er mit seinem Hund dem Wild antat, hatte der nun wirklich gar nicht. Es geht überhaupt nicht um die Jäger, es geht um die freilebende Tierwelt! Und mehr noch: Wer seinen Hund nicht zuverlässig am Wildhetzen hindert, der sorgt auch dafür, dass die gesetzlichen Einschränkungen immer enger werden. Der Leinenzwang für alle ist z.B. die direkte Folge des verantwortungslosen Handelns einzelner Hundehalter. Und wenn es nur zu bestimmten Zeiten ist, wie bei uns in Niedersachsen. Alle anderen und besonders die Hunde, auch wenn sie gut erzogen und zuverlässig sind, haben das dann kollektiv mit auszubaden. Es gehört nach meiner Überzeugung zu dem im Grundgesetz festgeschriebenen Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, sich mit Tieren zu befassen. Und das schließt die Hundehaltung nun einmal mit ein. Für mich ist dieser Eingriff ins Prvatleben die Vorstufe zum Atemberechtigungsschein. Ein paar weitere Bemerkungen zum Hundeführerschein auf der Seite "Hundehalter" und im Blogposting zum Hundeführerschein.
Sowohl von Gesetzes wegen als auch rein sachlich gesehen: In einem so hoffnungslos überbevölkerten Land wie Deutschland bleiben dem Wild keine echten Rückzugsgebiete mehr. Denn es gibt an keiner Stelle dieses Landes noch wirkliche unbeeinflusste, ursprüngliche Natur. Die Wildtiere sind also auch ohne Ihren Hund schon einem schädlichen Dauerstress ausgesetzt. Das Verhalten der Wildpopulationen hat sich bereits stark verändert, im Vergleich zu wirklich naturgemäß lebenden Wildbeständen. Ihnen als Tierfreund sollte es also ein echtes Anliegen und Bedürfnis sein, dass Ihr Hund nicht Tiere hetzt.Diese Zusammenhänge erwähne ich deswegen hier, weil viele Hundebesitzer mit der Thematik und mit dem Leben der einheimischen freilebenden Tierwelt nicht vertraut sind. Ich wünsche mir, dass ich die Leser dafür sensibilisieren kann. Ich möchte Sie damit motivieren, wirklich Energie und Tatkraft aufzuwenden, damit Ihr Hund dieses unerträgliche Hetzen von Wild unterlässt!
Welches Wort Sie wählen, ist Ihnen überlassen, nur es muss immer dasselbe sein. Aber ob Sie „Nein“ oder „Pfui“ ober „Lass das“ sagen ist egal. Allerdings ist es wichtig, dass alle, die mit dem Hund umgehen, die gleichen Befehle benutzen. Wenn mehrere Personen mit dem Hund zu tun haben, müssen Sie sich unbedingt auf eine klare Kommandosprache einigen, die jeder zuverlässig einhält! Aber das war Ihnen wahrscheinlich auch so schon klar! Noch eine grundsätzliche Bemerkung kann hier für manche Leser angebracht sein: Ein Hund, der zuverlässig sein soll, darf niemals für sich allein in der Gegend herumstromern. Er muss entweder in einem eingezäunten Areal (Garten, Hof) bleiben oder unter Kontrolle von jemandem sein, der ihn verlässlich führen kann. Unbeaufsichtigtes Streunen verdirbt auch den besten Hund in kurzer Zeit! Zurück zum Wildern: Der Jagdtrieb ist zwar eine naturbedingte Veranlagung des Hundes, er muss aber trotzdem im Laufe der Zeit erst entwickelt werden, um voll zur Ausprägung zu kommen. Wenn Sie diese Entwicklung von vornherein verhindern, haben Sie in vielen Fällen eine gute Chance, dass der erwachsene Hund kein Interesse mehr an Wild zeigt, weil die Anlage nie gefördert wurde und irgendwann verkümmert. Die Jugendentwicklung der Hunde enthält nämlich verschiedene Phasen, in denen sie eine besondere naturgegebene Bereitschaft haben zu lernen oder ihre Veranlagung zu entwickeln. Im späteren Alter sind dann größere Anreize nötig um die Entwicklung auszulösen.
Ein junger Hund oder Welpe wird sehr bald verknüpfen, dass das Auftauchen von Tieren ein Signal für ihn ist, sich bei Ihnen etwas abzuholen. Führen Sie das konsequent durch und Sie haben die reelle Chance auf einen lebenslang wildreinen Hund! Auf diese Art können Sie die Wildreinheit über eine positive Verknüpfung erreichen. Das ist viel wirkungsvoller, als das bloße Verbot. Denn das Verbot ist negativ und Sie haben keine Möglichkeit seine Befolgung direkt zu belohnen. Sie müssten dann die Stimmung Ihres Hundes nämlich so lange gedrückt halten, bis der Auslöser, das Wild also, nicht nur aus seinen Augen, sondern auch aus seinem Sinn verschwunden ist. Wie Sie bereits wissen, beobachtet der Hundehalter ständig seine Umgebung und registriert alles, was es da zu sehen gibt. Er kann also rechtzeitig auf seinen Hund einwirken, um Fehlverhalten zu verhindern. Selbstverständlich mit Anleinen, wenn der Grundgehorsam noch nicht fest sitzt. Später sollte es ohne Probleme möglich sein, den Hund frei bei Fuß zu haben, auch wenn er Wild in kurzer Entfernung flüchten sieht. Allerdings setzt das voraus, dass man auch ständig „bei der Sache“ ist. Es gab Zeiten, da habe ich das als meinen Normalzustand draußen angesehen. Inzwischen weiß ich die Leine mehr zu schätzen, weil man sich unbefangener auf etwas anderes konzentrieren kann, etwa auf ein Gespräch. Das muss jeder für sich entscheiden. Aber wer seinen Hund frei laufen lässt, muss mit seinem Kopf natürlich immer vor allem bei ihm sein. Falls Sie von Ihrem Hund wissen, dass die Wildreinheit auf Kommando nicht erreicht worden ist, dann leinen Sie ihn rechtzeitig an! Oder führen Sie ihn in wildreichen Gebieten grundsätzlich an der Leine. Das sind Sie nicht nur Ihrem guten Ruf und der Allgemeinheit der Hunde und ihrer Halter schuldig, sondern auch den freilebenden Tieren in der Landschaft. Ganz besonders aber Ihrem Hund selbst, der Ihre Nachlässigkeit sonst eventuell mit seinem Leben bezahlen muss. Sei es, dass er beim Hetzen unters Auto gerät oder dass doch mal ein Jäger von seinem Recht (eigentlich: seiner Pflicht) Gebrauch macht und einen wildernden Hund abschießt. Das kommt heute allerdings eher nur ausnahmsweise vor, die meisten Jäger wollen das nicht tun.
Die Voraussetzungen, dass Sie überhaupt noch was ändern können, sind eine klare Rangordnung und ein hohes Maß an Übung im Anwenden dieser Rangordnung. Das Gehorchen muss grundsätzlich schon eine Selbstverständlichkeit sein. Ebenso wichtig ist natürlich auch, dass Ihr Hund in seinem normalen Tagesablauf beschäftigungs- und bewegungsmäßig ausgelastet ist. Sonst haben Sie nicht die geringste Chance, irgendwas daran zu ändern und müssen ihren Hund immer an der Leine führen, wo es Wild gibt. Ein Hund, der nicht ausgelastet ist, sucht unbewusst ständig ein Ventil, um seinen aufgestauten Tatendrang abzureagieren. Je mehr dieser sich aufgestaut hat, um so niedriger wird die Reizschwelle. Das heißt, auch da, wo er sonst noch zuverlässig war, kann dann plötzlich sein Jagdtrieb mit ihm durchgehen und er ist weg. Sie brauchen dann nur einmal rufen. Wahrscheinlich nimmt er das gar nicht bewusst wahr, weil seine Sinne ausschließlich auf die Beute fixiert sind. Rufen oder pfeifen Sie erst nach ein paar Minuten wieder, dann merkt er vielleicht nicht, dass Sie gar nichts machen können, wenn er erstmal rennt. Ein paar Minuten später hat er jedoch das Wild wahrscheinlich aus den Augen verloren und wird bald zurück sein. Jetzt rufen oder pfeifen Sie auch ruhig ein paar Mal, denn eventuell hat Ihr Hund die Orientierung verloren und braucht das Rufen um Sie zu finden. Wenn er dann kommt: Anleinen, gleichgültig bleiben und auf keinen Fall bestrafen oder schimpfen!!!
Vergessen Sie auf keinen Fall, dass Ihr Hund weder gut noch böse ist, wenn er wirklich mal gehetzt hat! Er lebt einfach nur seine ganz normale Natur aus. Also, wie immer: Ruhe bewahren und locker bleiben. Ich weiß nicht, was Sie mit Ihrem Hund sonst so alles üben. Aber ein beliebtes Spiel ist ja das Stöckchen schmeißen. Das könnten Sie ausbauen, um mehr Einfluss auf Ihren Hund zu gewinnen. Machen Sie aus dem Stöckchen(oder Ball, Apportierholz, Frisbee usw.) -Holen ein geregeltes Apportieren. Das heißt, dass der Hund neben Ihnen sitzt, wenn Sie den Gegenstand werfen. Er hat dann sitzen zu bleiben, bis Sie den Befehl zum Holen geben. Steigern Sie das weiter. Ihr Hund sollte das Platzmachen (=Hinlegen) bereits beherrschen. Und zwar so, dass Sie ihn dazu auch auf Entfernung dazu veranlassen können. Dann schicken Sie ihn holen und unterbrechen das mit „Platz“ (oder „Down“ oder welches Kommando sie sonst benutzen). Wenn Sie erreicht haben, dass Sie Ihren Hund im Vorstürmen unterbrechen können, um ihn dann erneut zum Apportieren aufzufordern, dann haben Sie Ihren Einfluss schon erheblich vergrößert.
Früher hieß es: „Das Platzmachen ist die Seele der Abrichtung.“ Das Wort „Abrichtung“ ist zu Recht heute verpönt, aber das Platzmachen ist trotzdem immer noch genauso wichtig, um einen zuverlässigen Hund zu erziehen. Wenn Sie Ihren Hund so weit gebracht haben, dass das beim Anblick von Wild klappt, machen Sie es nicht wieder zunichte, indem Sie ihn jetzt sofort loben. In diesem Fall müssen Sie damit warten, er würde es sonst augenblicklich als Freibrief zum Weiterhetzen auffassen! Gehen Sie ruhig, wie Sie es als souveräner Hundeerzieher ja von sich gewohnt sind, zu Ihrem Hund hin, leinen Sie ihn an und erlauben Sie ihm erst jetzt wieder aufzustehen. Und nun loben, hätscheln und verwöhnen Sie ihn mit Leckerlis!
Und spielen Sie das Spiel mal so, mal so. Ihr Hund soll nicht vorher wissen, dass gleich
das Platz-Kommando kommt! |
|||||||||||||||||||
Für Webmaster: ein Webkatalog für Seiten über Haustiere
© copyright Eckbert Heinenberg